Weihnachtsgruß des Bürgermeisters

„Du bist so jung wie deine Zuversicht, so alt wie deine Zweifel, so jung wie deine Hoffnung, so alt wie deine Verzagtheit.“
Albert Schweitzer

 

 


Der schreckliche Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg hat uns alle zutiefst schockiert. Unsere Gedanken und unsere Anteilnahme sind bei den Opfern, den Angehörigen, den Helfern und allen Betroffenen. 


Das Jahr 2024, wird es wohl insgesamt nicht zu denen gehören, die in der Geschichte in guter Erinnerung bleiben werden. 

 

Nach wie vor tobt mitten in Europa ein von geopolitischen Interessen getriebener Krieg. Ein Ende ist nicht in Sicht. Vielmehr kann der Eindruck entstehen, dass er über die Grenzen der Ukraine hinaus, durch immer neue Vorfälle, wie die Angriffe auf die Datenkabel in der Ostsee oder der Einsatz von westlichen Waffen auf dem Gebiet Russlands, neue, viel schlimmere Ausmaße, annehmen könnte. 
 

Der Nahe Osten ist mehr denn je ein Pulverfass. Der Konflikt zwischen der Hamas und Israel hat sich durch die israelischen Angriffe im Libanon und die Attacken aus dem Iran und durch die Huthi im Jemen mit den jeweiligen Vergeltungsschlägen zum Flächenbrand entwickelt. Die erneute Eskalation des Bürgerkrieges in Syrien trägt dazu ihr Übriges bei. Nur ein kleiner Funke fehlt und die gesamte arabische Halbinsel könnte zum Krisengebiet werden. Bleibt zu hoffen, dass der jüngst vereinbarte Waffenstillstand hält, der Bürgerkrieg in Syrien endlich ein Ende findet und sich dadurch die Lage insgesamt entspannt. 
 

Autoritäre Regime haben in der Welt zugenommen. Die Demokratien stehen unter Druck. Nationale Eigeninteressen werden durch das Erstarken von Rechten Kräften dabei immer mehr in den Mittelpunkt gerückt. Sich nur auf die Interessen Dritter zu konzentrieren geht nicht, sich aber nur auf sich selbst zu konzentrieren, ist auch keine Option in einer vernetzten, globalisierten von vielen Abhängigkeiten geprägten Welt. Beides muss im Gleichklang geschehen. Angesichts der vielen Fragen und Probleme unserer Zeit, wie der Klimawandel oder den zahlreichen Konfliktherden mit all ihren facettenreichen Folgen wie krisenbedingter Migration oder der drohende Zusammenbruch von Ökosystemen, sollten uns vielmehr bewusst machen, dass wir alle, mehr denn je, zusammenstehen müssten und der alleinige Fokus auf nationale Interessen sich zum Bummerang entwickeln und den eigenen Wohlstand, um den es vorrangig geht, noch mehr und dramatischer in Frage stellen könnte. Bleibt abzuwarten, ob sich diese Einsicht unter den Anzeichen von „America First“ in absehbarer Zeit einstellen wird - ehr unwahrscheinlich.
 

Ich möchte an dieser Stelle gar nicht anfangen und noch auf unsere bundespolitische Situation oder die Landtagswahlen einzugehen. Das bietet genug Futter um wieder einmal unter dem Format „Aus gegebenem Anlass“ aus kommunalpolitischer Sicht diese Situation zu spiegeln. Nur kurz eine Bemerkung zu den Entwicklungen der jüngsten Wochen in Berlin. Ich glaube, folgende Schlagworte beschreiben das Handeln aller Akteure sehr gut: peinlich, unwürdig und unfähig. So viel dazu!
 

Das Jahr 2024 - Zuversicht  und Hoffnung könnten, wenn man das oben Beschriebene in seiner Fülle auf sich wirken lässt, auf der Strecke bleiben. Doch, es ist nicht ganz so.
 

Für Querfurt und seine Ortsteile konnte auch in diesem Jahr unter schwierigsten Rahmenbedingungen vieles geschaffen werden. Wir haben weiter in unsere Infrastruktur investiert. Exemplarisch seien hierbei die Schlossstraße in Kleineichstädt oder die Gehwege in der Straße des Friedens in Lodersleben genannt. Mit der Sanierung des Freimarktes haben wir eines der größten städtebaulichen Projekte seit der Wende fortgeführt, welches im kommenden Jahr seinen Abschluss finden wird. Erst jüngst hat uns der Fördermittelbescheid für die Ausfinanzierung des verbleibenden Teils des Freimarktes und der Grünen Straße erreicht.
 

Viele weitere Projekte stehen in der nächsten Zeit auf der Agenda wie die Loderslebener Straße in Gatterstädt, Gehweganlagen in Vitzenburg oder auch Investitionen in Querfurt Süd. Hierfür hat der Stadtrat erst in seiner jüngsten Sitzung die Grundlagen gelegt, um Fördermittel einwerben zu können.
 

Auch das Projekt Querfurt Nord, als eine der wichtigsten Zukunftsperspektiven für unsere Stadt, wird im kommenden Jahr weiter an Fahrt gewinnen. Das Ziel ist es, dass in 2026 die ersten Erschließungsarbeiten für das Gewerbegebiet beginnen können.
 

Im Brand- und Bevölkerungsschutz konnte durch den Bau von Zisternen in Vitzenburg und Grockstädt die Löschwassergrundsicherung verbessert werden. Im Finkenweg von Ziegelroda und in Zingst wird dies im kommenden Jahr eine Fortsetzung finden. Für die Feuerwehr Querfurt rollte noch am 14. Dezember das schönste Weihnachtsgeschenk in Form eines nagelneuen Hilfeleistungslöschfahrzeugs im Feuerwehrhaus ein und 2025 stehen die Beschaffungen neuer Fahrzeuge für die Ortsfeuerwehren in Spielberg und Ziegelroda an. Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen und allen Kameradinnen und Kameraden, sowie allen, die auch in den vielen Fördervereinen engagiert sind, für ihren unermüdlichen Einsatz für unsere Feuerwehren danken. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag für das Gemeinwohl, für die Menschen unserer Stadt und zwar 24 Stunden täglich und 365 Tage im Jahr.
 

Aber auch allen, die sich in den mehr als einhundert Querfurter Vereinen einbringen, möchte ich danken. Hierrüber wird entscheidend das öffentliche Leben in unserer Stadt und ihrer Ortsteile geprägt. Exemplarisch seien das Zeltlager des Fanfarenzuges mit dem großen Platzkonzert auf dem Dreieck, der Aufstieg des VfL Querfurt in die Kreisoberliga oder der Umzug anlässlich 40 Jahre Querfurter Carnevals Verein genannt. Die Stadt wird unsere Vereine weiter mit ihren Möglichkeiten unterstützen. So konnten in diesem Jahr das Dach des Vereinshauses in Spielberg oder der Saal des Vereinshauses in Oberschmon saniert werden. Auch in der Turnhalle von Lodersleben soll es weitergehen und unser Querfurter Stadtbad bleibt die zentrale Freizeiteinrichtung. Daran gibt es nichts zu rütteln. Schon jetzt können Sie sich auf 30 Jahre 24-Stunden-Schwimmen freuen! Freuen können sich vor allem auch unsere Kinder, denn Anfang kommenden Jahres wird der langersehnte Burgspielplatz eröffnet.
 

Auf dem Dach der Grundschule Schmon wurde eine PV Anlage in Kooperation mit der Fernwärmegesellschaft installiert. Weitere derartige Projekte zur Energieeffizienz und Energieeinsparung werden folgen. Hinsichtlich unserer Schulen stehen Investitionen in die Sanitärbereiche der Turnhalle Schmon an oberster Stelle. Leider wurde das Förderprogramm, worüber das gesamte Objekt saniert werden sollte, aufgehoben. Aber Alternativen hierfür wurden bereits in den Blick genommen.
 

All diese Maßnahmen und Projekte sind ohne politischen Willen und ohne politische Entscheidungen nicht möglich. Querfurt hat am 09. Juni gewählt. Neben dem Europaparlament und dem Kreistag war auch der Bürgermeister Thema. Ich freue mich darüber, dass ich im Amt bestätigt wurde und danke allen, die mir Ihr Vertrauen ausgesprochen habe. All jene, die dies nicht taten, versuche ich in den kommenden sieben Jahren zu überzeugen. Aber auch neue Ortschaftsräte wurden gewählt und bis auf eine Ausnahme auch neue Ortsbürgermeister. Ich kann nur sagen Respekt und Dank dafür, sich in diesen schwierigen Zeiten kommunalpolitisch zu engagieren! Auf die weitere Zusammenarbeit mit unseren Ortsbürgermeistern freue ich mich besonders. Frischer Wind und Tatendrang sind bei allen spürbar.
 

Das wichtigste Gremium der Stadt ist der Stadtrat. Auch er kann sich über viele neue Gesichter aber auch über langjährige und altgediente Mandatsträger freuen. Eine gute Mischung , wie ich finde. Gerade das zweite Halbjahr hat dem Stadtrat viele schwierige Entscheidungen abverlangt. Teil der Verantwortung und Verpflichtung, wenn man dieses Ehrenamt wahrnimmt. Die Anpassung der Kitabeiträge, die gut acht Jahre lang stabil waren, stand auf der Agenda. Ein Thema, dass in seiner Behandlung niemandem leichtfällt und es die wahre konsensuale Lösung, will man sich dem ehrlich stellen, nicht geben kann. Dennoch wurde eine Entscheidung getroffen, mit der sicher nicht jeder zufrieden ist, wichtig war es aber, mit Blick auf die weitere Perspektive des städtischen Haushaltes, dass wir sie getroffen haben. Genauso verhält es sich mit den Friedhofsgebühren oder mit dem Umgang zur Ausgestaltung der Grundsteuer. Hier hat der Gesetzgeber den Schwarzen Peter den Kommunen zugeschoben und der Weg für eine Entscheidung war nicht leicht, da wir als Stadtrat nur zwischen Pest und Cholera wählen konnten. Das Wichtigste war aber auch hier, dass wir uns einigen konnten und zwar alles im sachlichen Dialog und respektvollen Umgang miteinander. Ich bin froh, dass sich diese Qualitäten, die auch den letzten Stadtrat auszeichneten, beim neuen Stadtrat wiederfinden. Die Herausforderungen gerade mit Blick auf die Stadtfinanzen werden nicht weniger und schon gar nicht leichter. Durch erhebliche Steigerungen im Bereich der Kinderbetreuung, bei der Kreisumlage und den Personalkosten wird Querfurt gezwungen sein, wieder in die Haushaltskonsolidierung zurück zu müssen, aus der wir uns erst jüngst mit viel Mühe herausgearbeitet haben. Aber auch die damit verbundenen Herausforderungen werden wir meistern, wenn wir alle das Große und Ganze fest im Blick behalten und gern auch darüber streiten, welches die beste Lösung für das Gemeinwohl, für die Menschen die hier leben, sein soll.
 

Liebe Querfurterinnen und liebe Querfurter,
ja das Jahr 2024 war nicht einfach und auch 2025 wird uns alle erneut fordern. Aber es gab auch Lichtblicke und davon nicht wenig, gerade, wenn man auf das schaut, was sich in unserer Stadt in jüngster Zeit getan hat. Ich kann ihnen versprechen, es geht weiter! Viele Dinge warten darauf, angegangen und umgesetzt zu werden. Stadtrat, Ortschaftsräte, Ortsbürgermeister und ich lassen uns bei allen Krisen und Schwierigkeiten dabei nicht unterkriegen. Und wenn wir alle zusammenstehen wird es uns umso mehr gelingen.
 

Ich wünsche Ihnen die Zeit, im Kreise von Familie und Freunden über die Feiertage zur Ruhe zu kommen, abzuschalten und neue Kraft zu schöpfen. Allen Kranken wünsche ich baldige Genesung und uns allen, im Sinne von Albert Schweizer, Zuversicht und Hoffnung für all die Dinge, die uns im neuen Jahr 2025 erwarten!
 

Ihr
Andreas Nette
Bürgermeister