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Stadtwald beschäftigt Bauausschuss

Am 7. November kam der Bauauschuss des Querfurter Stadtrates zu seiner letzten Sitzung in diesem Jahr zusammen. Den Schwerpunkt auf der Tagesordnung bildete die Vorstellung des Maßnahmeplans zur Totholzbeseitigung und Wiederaufforstung durch den von der Verwaltung  beauftragten Förster Herrn Schiffner.

Sturmtief Friederike sowie die letzten beiden Hitzesommer haben erhebliche Schäden innerhalb der 140 ha städtischen Waldflächen angerichtet. Hinzu kommen Krankheiten wie Diplodia und Schädlingserreger wie der Borkenkäfer, die den geschwächten Bäumen zusätzlich zu schaffen machen. Insbesondere bei den Nadelgehölzen in den Mischwaldbeständen ist mit einem Totalausfall zu rechnen. In Summe sind 5.376 Festmeter Totholz auf 25ha zu beseitigen.

Die Stadtverwaltung hat daher Fördermittel aus der Richtlinie Waldschutz 2019 des Landes i.H.v. 37.500,00 € beantragt um die entstehenden Aufwendungen hierfür teilweise zu kompensieren, denn ein kostendeckender Verkauf des Totholzes ist aufgrund der geringen Preise in Folge des kollabierten Holzmarktes durch das Überangebot fast nicht möglich. Ein Großteil des Holzes wird ins Ausland verkauft werden, weil dort noch im Verhältnis zur aktuellen Lage in Deutschland moderate Preise bestehen. Ziel des Maßnahmeplanes von Herrn Schiffner ist es nun die städtischen Waldflächen im Jahr 2020 vom vorhandenen Totholz zu befreien, um die Voraussetzungen  für die Wiederaufforstung zu schaffen.

Diese soll innerhalb von drei Jahren ab 2021 vorgenommen werden. Insgesamt wird hierbei mit einem Aufwand von ca. 100.000 € gerechnet. Auch hierfür stellt das Land Fördermittel mit einer Quote von 80 % zur Verfügung. Die Anforderungen und Erwartungen hierfür sind allerdings insbesondere hinsichtlich des Erfolgs sehr groß. Um die Voraussetzungen zu erfüllen, Landesunterstützung zu erhalten, würde sich der Aufwand auf etwa 150.000,00 € erhöhen, da beispielsweise die frisch aufgeforsteten Bestände eingezäunt werden müssten, um Wildverbiss zu verhindern. Nach fünf Jahren würde die Maßnahme kontrolliert und bei ausbleibendem Erfolg, den insbesondere hinsichtlich der aktuellen Wetterverhältnisse niemand garantieren kann, die Fördermittel zurückgezahlt werden müssen. Daher bestand seitens des Ausschusses Einigkeit darüber die Aufforstung ohne die Bindung von Fördermitteln durchzuführen.

Der Bürgermeister schlug vor, diese Problematik an das Land zu kommunizieren, um zu bewegen, dass auch für weniger aufwendige Aufforstungsprojekte Fördermittel bereitgestellt und die Maßstäbe für die Erfolgskontrolle reduziert werden, um die Gefahr einer Rückzahlung zu minimieren. Die aktuelle Situation müsse auch Ausnahmeregelungen möglich machen.

In der Diskussion kam der Vorschlag den Wald sich selbst zu überlassen und dessen Bewirtschaftung aufzugeben, da extreme Klimaereignisse, wie die der letzten Jahre, zunehmen würden, man daher ständig vor derartigen Problemen stehen könnte und eine gewinnbringende Nutzung des Waldes zunehmend schwierig sein würde. Der Bausauschuss verabredete sich daher, das Thema im Frühjahr erneut zu beraten und sich auch vor Ort ein Bild zu machen.

In einem zweiten Vortrag stellte Dr. Matthias Henniger als Geschäftsführer den Geo-Naturpark Saale-Unstrut Triasland vor. Er ging insbesondere auf die Projekte ein, die der Verein in diesem und dem kommenden Jahr umgesetzt hat bzw. noch umsetzten wird. Die Stadt Querfurt bedient sich für verschiedenste Projekte des Know- Hows und der Kontakte des Naturparks, die insbesondere aufgrund ihres freiwilligen Charakters bzw. der finanziellen Situation im städtischen Haushalt nicht darstellbar wären.

 Für mehr als 116.000 € sind Projekte  auf dem Querfurter Stadtgebiet in diesem Jahr angeschoben bzw. umgesetzt worden. Dazu zählen verschiedene Beweidungsprojekte in Vitzenburg, Grockstädt oder in der Steinklöbe nahe der Arche,  die Schaffung von Trockenlebensräumen, beispielsweise an den Hängen der Vitzenburg, das Aufstellen von zwei Sitzgruppen in Vitzenburg und Spielberg, Schaffung von Blühwiesen in Querfurt und Lodersleben, die Pflege der Streuobstwiese in Landgrafroda am Hagen bis hin zu zwei Futterautomaten am Tiergehege im Hermannseck. Dort wird über das Pflege- und Entwicklungskonzept im nächsten Jahr auch der Klapperborn ertüchtigt, um ihn für Besucher attraktiver zu machen.

Für 75.000 € wird 2020 der verbleibende Teil der Eiskellermauer über die Arten-Sofort Förderung saniert und der Eiskeller als Fledermausquartier ausgewiesen. Mit dieser Maßnahme werden die oberhalb gelegenen Anlieger durch die Sicherung der Mauer wie auch die Stadt selbst unterstützt und der Eiskeller kann zukünftig auch als Ausgleich für bestehende Quartiere auf der Burg dienen, sofern diese durch die Sanierungsarbeiten beeinträchtigt werden.

Es wurde deutlich, dass die Mitgliedschaft im Geo-Naturpark Saale-Unstrut-Triasland für die Stadt Querfurt bei einem Jahresbeitrag von nur 1.400 € einen außerordentlichen Mehrwert darstellt.

Im folgenden Tagesordnungspunkt erläuterte der Bürgermeister die derzeitige auf den Ortseilen laufende Abfrage zur Umbenennungen von doppelten Straßenamen. Er machte deutlich, dass dies insbesondere im Hinblick auf den Rettungsdienst Sinn macht, um Verwechslungen zu vermeiden.

Weiter beschäftigte sich der Bauausschuss mit der Billigung der Entwurfsplanung zum laufenden B-Planverfahren „Wohnen am Waldweg“ in Querfurt. Ein Projekt, das durch privates Engagement vorangetrieben wird und welches die Schaffung von insgesamt 13 Wohnbaugrundstücken vorsieht. Der Bürgermeister betonte, dass sich dieses Projekt sehr gut in die Strategie der Stadtverwaltung einfüge, der gestiegenen Nachfrage nach Baugrundstücken von vor allem jungen Familien entgegen zu kommen, um den Zuzug in unsere Region zu begünstigen.

Abschließend wurden durch den Sachgebietsleiter Bauwesen, Herrn Bruchardt in einem kurzen Vortrag die laufenden bzw. anstehenden Bauprojekte der Stadt vorgestellt.

Die Dauer der Sitzung von etwa drei Stunden zeigt, dass sich der Ausschuss eingehend mit den einzelnen Punkten auf der Tagesordnung auseinandersetzte und es hierzu eine sachliche Diskussion gab, wie sie auch wünschenswert ist.

 

Foto: Stadt Querfurt

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