Wehrtürme und Stadtmauer
Zum Schutz von Querfurt und der Vorstädte sowie des Karmeliterklosters wurde um 1375 das Stadtverteidigungssystem erweitert. Der heute als Äußere Stadtmauer bezeichnete Schutz war im ausgebauten Zustand 5.400 sächsische Ellen bzw. etwa 2.500 Meter (eine sächs. Elle = ca. 56,53 cm) lang und besaß 20 abwechselnd runde und quadratische Wehrtürme sowie vier stark befestigte Stadttore - Lederbergisches Tor, Döcklitzer Tor, Steinweger Tor und das äußere Nebraer Tor. Ein der Stadtmauer vorgelagertes Graben-Wall-System bot einen weiteren Schutz vor unliebsamen Angreifern. Die Äußere Stadtmauer schloß sämtliche ehemaligen Vorstädte (Braunsgasse, Lederberg, Klosterstraße, Steinweg, Neuendorf, Freimarkt und Entenplan) ein. Im 19. Jahrhundert wurde sie zum größten Teil abgerissen. Vielfach wurden jedoch die Mauern und Wehrtürme in Gärten als Gartenmauern und Gartenhäuser integriert, was dazu führte, dass auch heute noch Teile der Stadtbefestigung erhalten sind.
Innere Stadtmauer
Die innere Stadtmauer hat einen Umfang von 1.030 Metern. Sie stellte eine ringartige Eingrenzung der Stadt im 13. Jahrhundert dar und schließt östlich an die Umwehrung der Burg an. Die heute in Teilen noch gut erhaltene innere Stadtmauer umfaßt die mittelalterliche Stadt bestehend aus Markt, Kirchplatz, Nebraer Straße, Burgstraße, Klippe und Tränkstraße. Diese konnte nur durch drei Stadttore (der Steinwegpforte, dem Tränktor und dem inneren Nebraer Tor) erreicht werden. Im Nordwesten und im Osten befindet sich eine doppelte Mauer mit einer maximalen Höhe von sieben Metern und einer Stärke von 1,6 bis 1,8 m. An der West- und Südseite erreicht sie eine Höhe von fünf bis sechs Metern. Im so genannten "Schießgraben", ein Zwinger der inneren Stadtmauer, befindet sich der längste erhaltene Teil.





