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Heiliger Brun von Querfurt um 974 - 1009

Herkunft, Erziehung und Ausbildung

 

Der heilige Brun ist der bekannteste Vertreter aus dem Adelsgeschlecht der Edlen Herren von Querfurt. Auf deren Burg kam er um die Jahre 974/975 zur Welt. Seine frühe Erziehung erhielt er am Hof der Eltern. Als wahrscheinlich zweitgeborener Sohn war für ihn eine geistliche Laufbahn innerhalb der Kirche oder eines Klosters vorbestimmt. Die Herrschaft seines Vaters erbte sein älterer Bruder Gebhard. Eine standesgemäße Ausbildung erhielt Brun zwischen 986 und 995 an der Domschule von Magdeburg. Diese noch von Kaiser Otto I. eingerichtete Bildungsstätte zählte unter den Zeitgenossen zu einer der besten im gesamten Reich. Hier wurde die geistige Elite ausgebildet, die für hohe kirchliche Ämter vorgesehen war.

 

Bei seinem Lehrer Geddo erlernte Brun zusammen mit anderen Persönlichkeiten wie dem späteren Bischof von Merseburg, Thietmar, die lateinische Sprache und wurde in der antiken Literatur oder den Schriften der Kirchenväter wie denen des Augustinus oder Hieronymus unterrichtet. Insbesondere den Lehren der sieben freien Künste, Rhetorik, Grammatik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik, war er besonders zugetan. Thietmar von Merseburg unterstreicht in seiner Chronik die Strebsamkeit und Spiritualität Bruns, welcher „Der Muße die Arbeit vorzog.“ oder „Während wir spielten im Gebet war.“. Nach Abschluss seiner Ausbildung wurde er als Kanoniker in das Domkapitel von Magdeburg, St. Mauritius, aufgenommen. Seine Aufgaben bestanden darin die Gottesdienste vorzubereiten und ihnen beizuwohnen sowie dem Bischof in geistlichen und weltlichen Fragen beratend zur Seite zu stehen.

 

Vorbilder und geistliche Laufbahn

Noch während seiner Zeit im Domkapitel erfuhr Brun vom Tod Adalberts von Prag. Dieser, ebenfalls an der Domschule von Magdeburg ausgebildet, gründete als Missionar das erste polnische Bistum in Genesen und wurde bei dem Versuch die heidnischen Pruzzen zum Christentum zu bekehren im Jahre 997 erschlagen. Sein Lebensweg hatte auf Brun großen Einfluss. Die gute Ausbildung des Querfurters bewog Kaiser Otto III. dazu Brun in seine Hofkapelle aufzunehmen. So zog er mit ihm im Jahr 997 nach Italien. In Begleitung des Kaisers befand sich Romuald von Camaldoli, der als Reformer versuchte die mönchische Lebensweise des heiligen Benedikt mit der Einsiedelei des Eremitentums zu verknüpfen.

 

Im Kloster Sanktae Bonifatius und Alexius in Aventino, wo sich auch Adalbert aufhielt, kam Brun 998 mit Romuald und dessen Lehren in Kontakt. Noch im selben Jahr legte er dort das Mönchsgelübde ab. Vermutlich unter dem Einfluss des Kaisers und durch das Charisma des Romuald ging Brun zusammen mit diesem im Jahr 1000 den Weg eines Eremiten und hielt sich in der Nähe von Rom auf. Zu dieser Zeit nahm er den Namen Bonifatius an - verweisend auf den Altkirchenvater Bonifatius von Tarsus, dem Patron der Klosters in Aventino, oder auf Winfried Bonifatius, der in Hessen und Thüringen missionierte und die beide bei dem Versuch den christlichen Glauben zu verbreiten ums Leben kamen.

 

Otto III. unterhielt enge Beziehungen Boleslaw den Tapferen, den er 998 zum Großfürsten der Polen machte. Mit ihm verabredete er gemeinsame Missionsunternehmungen. Auf einer Synode des Papstes Sylvester II., am 4. April 1001, an der auch Brun teilnahm, erbaten Gesandete Boleslaws die Entsendung von Missionaren nach Polen. Brun ging daraufhin als Eremit nach Pereum bei Ravenna, wo er mit seinen Vertrauten Benedikt und Johannes die Mission vorbereitet haben soll. Beide schickte Brun Ende 1001 nach Polen. Er selbst wollte ihnen folgen sobald er die päpstliche Legitimation die Mission durchzuführen erhielt. Im Januar 1002 starb allerdings Kaiser Otto III., was Bruns Vorhaben verzögerte, so dass er erst im Herbst des gleichen Jahres die päpstliche Lizenz bekam. Benedikt und Johannes wurden zusammen mit drei weiteren Begleitern 1003 in Polen von Räubern ermordet. Brun widmete ihnen die vermutlich um das Jahr 1008 geschriebene „Lebensgeschichte der fünf Brüder“.

 

Missionsreisen und Martyrium

Beeinflusst durch seine Zeit in Italien verband Brun die Verbreitung des christlichen Glaubens mit seiner Person. So zog er 1003 nach Ungarn an den Hof Königs Stephans I. Von dort aus unternahm er den erfolglosen Versuch den Fürsten der Schwarzen Ungarn, Achtum, zu bekehren. Im Jahr 1004 hielt sich Brun in Merseburg auf. Hier wurde er in Anwesenheit des neuen Königs, Heinrich II., durch Erzbischof Tagio von Magdeburg zum Missionsbischof erhoben. Damit hatte Brun neben der geistlichen Vollmacht, die er 1002 von Papst Sylvester II. erhielt, auch die weltliche Erlaubnis im Namen der Kirche und dem Reich in heidnischen Gegenden kirchliche Strukturen wie Bistümer aufzubauen.

 

Zu dieser Zeit schrieb er die erste Fassung der „Lebensgeschichte des heiligen Adalberts“ von Prag. Zwischen 1005 und 1006 unternahm er wahrscheinlich mittels Botschafter den Versuch eine Missionsreise nach Schweden vorzubereiten. Unklar ist, ob er sich im folgenden Jahr wieder in Ungarn aufhielt und einen erneuten Versuch unternahm dort das Christentum zu verbreiten. Sicher ist sein Anwesenheit am Hof des Großfürsten Wladimir in der Kiewer Rus zwischen 1007 und 1008. Von dort aus reiste er an die Schwarzmeerküste und vermittelte erfolgreich bei Grenzstreitigkeiten mit dem Steppenvolk der Petschenegen. Außerdem nahm er 30 Taufen vor und setzte einen Bischof ein.

 

Noch im Jahr 1008 hielt sich Brun am Hof des Polenherzogs Boleslaws in Genesen auf, wo er den berühmten Brief an König Heinrich II. verfasste. Darin kritisiert er den Herrscher, der sich zu diesem Zeitpunkt im Krieg mit dem christlichen Boleslaw befand und dabei mit den heidnischen Lutizen verbündet war. Brun hebt hervor, dass christliche Herrscher nicht gegeneinander kämpfen sollten und sich vielmehr gemeinsam der Sache der Verbreitung des Evangeliums widmen mögen. Im gleichen Jahr brach der Querfurter Richtung Osten zu den heidnischen Pruzzen auf. Auch hier kommt wieder der Bezug zu Adalbert von Prag zum Tragen. Dort wurde er am 9. März 1009 zusammen mit 18 seiner Gefährten erschlagen. Brun erlitt so durch das Martyrium das gleiche Schicksal wie seine verehrten Vorbilder. Herzog Boleslaw soll seine Gebeine ausgelöst haben. Von deren Verbleib fehlt bis heute jede Spur.

 

Heiligenverehrung und Kult

Ein Kult um den Heiligen Brun konnte sich nur schwer entwickeln, da weder der Verbleib seines Leinahms noch sein genauer Todesort bekannt waren. Außerdem existierten keine Reliquien, die man mit seiner Person in Verbindung bringen konnte. Dennoch widmeten ihm zeitgenössische Autoren wie Thietmar von Merseburg oder Petrus Damiani Passagen in ihren Werken. Sehr ausführlich findet sich eine Beschreibung zum Leben und Martyriums Bruns im Bericht des Wibert, der ihn nur wenige Jahre nach dem Tod des Querfurters verfasst haben soll..

 

Weitere Quellen unterstreichen die Spiritualität und bewirkten so eine Verklärung Bruns in dem sie mit seiner Person Motive aus der Leidensgeschichte Jesu Christus verbanden wie den Esel, auf dem er geritten sein soll. Außerdem wird ihm das Bewirken von verschiedenen Wundern nachgesagt, woraus sich eine Reihe von Sagen entwickelten, die vor allem in Querfurt Verbreitung fanden und dort bis heute erzählt werden. Die hoch- und spätmittelalterliche Verehrung Bruns beschränkt sich auf seinen Heimatort und die dazugehörige Umgebung. In verschiedenen liturgischen Kalendern vor allem in Polen, Litauen, Ungarn und Russland blieb der Name Bruns erhalten und somit auch die Erinnerung an ihn.

 

Als zentraler Gedenktag hat sich sein Todestag der 9. März etabliert. Als Schutzpatron wird er in den Diözesen von Łomża und Warmia in Polen sowie im Erzbistum Vilnius in Litauen verehrt. In Ungarn ist er einer der drei Nationalheiligen. Fünf Kirchen bestehen in Polen, die dem heiligen Brun geweiht sind. Vor allem in Gizycko (Lötzen) in Masuren, dem Ort in dessen Nähe Brun erschlagen worden sein soll, entwickelte sich Anfang des 20. Jahrhunderts ein Kult um seine Person. Immer am ersten Sonntag im Juli findet eine Prozession von der dortigen Brunskirche zum Brunskreuz hoch über den großen masurischen Seen statt, wo eine heilige Messe gefeiert wird. In Deutschland beschränkt sich die Verehrung auf Querfurt. Verschiedene Orte tragen noch heute seinen Namen, wie die Braunsstraße, der Braunsberg oder die Braunsmühle. Im Jahr 1935 wurde ihm mit dem Braunsbrunnen ein Denkmal errichtet.

 

 

Insbesondere die Feierlichkeiten anlässlich seines 1000. Todestags im Jahre 2009 bewirkten eine breite Auseinandersetzung mit seiner Person. In Gizycko fand eine heilige Messe an Anwesenheit hoher geistlicher Würdenträger unter vatikanischer Leitung statt. In Querfurt wurde ihm eine Sonderausstellung gewidmet, die eine wissenschaftliche Betrachtung seiner Person innerhalb zahlreicher Aufsätze ermöglichte.

 

Weitere Informationen zum Heiligen Brun finden Sie in den zur Sonderausstellung erschienen Begleitbänden:

 

Der Heilige Brun von Querfurt. Eine Reise in Mittelalter. Hrsg.: Landkreis Saalekreis , Querfurt 2009.

 

Brun von Querfurt. Lebenswelt, Tätigkeit, Wirkung. Fachwissenschaftliche Tagung am 26. und 27. September 2009 auf der Burg Querfurt, Hrsg.:Arno Sames, Querfurt 2010.

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