Bericht des Bürgermeisters aus dem Stadtrat
Zu seiner ersten Sitzung des Jahres kam der Querfurter Stadtrat im Vereinshaus Oberschmon am 06.03.2025 zusammen. 27 der 29 Mitglieder des Gremiums waren anwesend, so dass Stadtratsvorsitzender Lothar Riese die Beschlussfähigkeit feststellen konnte. Wichtige Beschlüsse standen auf der Tagesordnung über die es nach eingehender Vorberatung in den Ausschüssen zu entscheiden galt. Zuvor gab Bürgermeister Andreas Nette in seinem Bericht einen Überblick zu den seit der letzten Sitzung stattgefundenen Terminen und Veranstaltungen sowie über den Status verschiedener sowohl städtischer Projekte als auch über Projekte Dritter.
Andreas Nette berichtete von der ersten Querfurter Afterwork Party auf dem Querfurter Marktplatz am Vorabend des Weihnachtszaubers, die sich trotz der ungünstigen Wetterverhältnisse einem außerordentlich großen Zuspruch erfreute. Dies soll zum Anlass genommen werden das Format auch unterjährig auszubauen. Nachdem in ausgelassener vorweihnachtlicher Stimmung unter großem Zuspruch der Bevölkerung die Eröffnung auf der Burg Querfurt mit dem traditionellen Höhenfeuerwerk stattfand und auf dem Marktplatz die erste Querfurter Weihnachtsparty für gute Laune sorgte, überschattete der feige Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt die weiteren Veranstaltungstage des Weihnachtszaubers. Noch am Freitagabend wurden von den Verantwortlichen in enger Abstimmung mit dem Land und den Veranstaltern weiterer Weihnachtsmärkte, beispielsweise von Halle, die Entscheidung getroffen, die Veranstaltungen weiter durchzuführen, allerdings auf das Abspielen von Musik zu verzichten. Hierzu kann man sicher unterschiedlicher Auffassung sein, letztlich stellte dies aber einen Kompromiss dar, der auch den Verantwortlichen nicht leichtgefallen ist. Um ein Zeichen der Solidarität zu setzen, wurde der für den Sonntag geplante Weihnachtsgottesdienst als Gedenkgottesdienst auf dem Marktplatz durchgeführt. So wurde durch die evangelische Kirchengemeinde ein würdiger Rahmen geschaffen, um den Opfern des Anschlags von Magdeburg zu gedenken.
Der Gedenkgottesdienst anlässlich des Magdeburger Anschlages bildete auf dem Querfurter Marktplatz einen würdigen Rahmen für Mitgefühl und Solidarität
Das Jahr 2025 begann wieder sportlich. Am Neujahrstag fand der traditionelle Katerpokal im Volleyball in der Mehrzweckhalle statt. Ebenso eine feste Tradition ist die Jahreshauptversammlung der Querfurter Stadtfeuerwehr im Kulturhaus Weißenschirmbach, bei welcher auf das vergangene Jahr zurückgeblickt sowie Ehrungen und Beförderungen vorgenommen wurden. Mit 95 Teilnehmern wurde am 02.02. zum Eisbaden der DRK Wasserwacht im Strandbad Obhausen ein neuer Rekord aufgestellt. Die Sportfreunde vom Sportring Mücheln konnten sich den Pokal beim 21. Cup der Wohnungsbaugesellschaft und des VfL Querfurt in diesem Jahr bei ausverkaufter Mehrzweckhalle sichern. Ansonsten stand der Jahresbeginn ganz im Zeichen des Faschings. Dabei sind insbesondere das 40-jährige Jubiläum des Querfurter Carnevals Vereins und das 45-jährige Jubiläum des Vitzenburger Carnevals Club hervorzuheben.
Mehr als 130 Kameradinnen und Kameraden aller Querfurter Feuerwehren waren zur Jahreshauptversammlung im Kulturhaus Weißenschirmbach anwesend.
Weiter ging der Bürgermeister auf die Ergebnisse der Bundestageswahl in Querfurt sowie auf eine Havarie im Pumpwerk Barnstädt, in der Zeit vom 26. bis 28.02., die durch das umsichtige Handeln der Mitarbeiter des Stadt Querfurt Abwasserbetriebes schnell behoben werden konnte und einen Schaden von rund 25.000 € verursachte, ein. In Liederstädt wurde eine neue Geschwindigkeitstafel übergeben, die dankenswerterweise von Firma Köhler Montage und Instandsetzungen aus Karsdorf gespendet wurde und in Lodersleben erhielt die Stadt den Fördermittelbescheid i.H.v. 200.000 € durch das ALFF Süd für die Sanierung der dortigen Stützmauer in der Straße des Friedens.
Die marode Stützmauer in der Straße des Friedens von Lodersleben kann in diesem Jahr durch die Bewilligung einer Förderung von 200.000 € saniert werden.
Danach gab Andreas Nette einen Überblick über die verschiedenen in Querfurt laufenden Projekte:
Querfurt Nord:
Die Bauleitplanung zur Schaffung des Baurechtes im Geltungsbereich läuft. Die Vorstellung des Vorentwurfs hierzu soll im dritten Quartal erfolgen und somit die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit bis Jahresende durchgeführt werden. Es ist vorgesehen, dass die Bauleitplanung bis spätestens zum dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden wird. Parallel dazu läuft der Grunderwerb durch die Landgesellschaft Sachsen- Anhalt. Weiterhin werden derzeit verschiedene Gutachten zu Baugrund, Verkehr, Schall usw. erstellt. Außerdem laufen die Planungen für die Erschließungsanlagen und die Ingenieurbauwerke, die bis Jahresmitte abgeschlossen sein sollen, um sie dann dem Land zur baufachlichen Prüfung zu übergeben. Das Ziel ist es, mit den eigentlichen Bauarbeiten in Querfurt Nord, nachdem die entsprechenden Ausschreibungen hierfür erfolgt sind, im Jahr 2027 zu beginnen. Weiterhin fanden am 03.03. Termine bei der Landesstraßenbaubehörde zur Einbindung des Gewerbegebietes an die L172 (Eislebener Straße) und im Landesdenkmalamt zum Umgang mit der Archäologie im Verfahrensgebiet statt.
Der Geltungsbereich des Projektes Querfurt Nord
Klärwerk Querfurt:
Die Hintergründe für die Bestrebungen in Querfurt wieder ein eigenes Klärwerk zu errichten, sind die zunehmende Ineffizienz der Überleitung der Abwässer von Querfurt, Lodersleben und Gatterstädt in die Kläranlage Karsdorf aufgrund hoher Energiekosten und den zu erwartenden Ersatzinvestitionen in die Druckleitung und Pumpwerke aufgrund von deren schlechtem Zustand.
Daher soll eine eigene Abwasserbehandlung auf dem Gelände des Stadt Querfurt Abwasserbetriebes in der Merseburger Straße durch den Abwasserbetrieb als Träger des Projektes errichtet werden. Hierdurch können 570.000 €/a an Energie und 250 Tonnen CO²/a eingespart werden. Darüber hinaus ließe sich durch die Nutzung regenerativer Energieformen (PV, ggf. auch Wärmerückgewinnung) eine effiziente Abwasserbehandlung mit einem hohen Autarkiegrad erreichen.
Der wasserwirtschaftliche Fachbeitrag als Grundvoraussetzung für die Genehmigung des Vorhabens wurde nach einem Jahr Untersuchungszeit fertiggestellt. Wichtig hierbei ist, dass es durch die beabsichtigte Einleitung in die Querne zu keiner Verschlechterung des Gewässers bzw. keiner negativen Beeinflussung von Flora und Fauna kommen darf. Zurzeit findet eine Abstimmung mit dem Landkreis statt, ob diese Grenzwerte für Libellen und Fische hinsichtlich Phosphatgehalt, Stickstoffgehalt, Ammoniumstickstoffgehalt bekannt sind. Der nächste Schritt wird die Durchführung der Umweltverträglichkeitsprüfung durch die Untere Wasserbehörde sein. Parallel dazu wird die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung durch das Institut Halbach aus Werdau als Grundlage für eine Entscheidung zur Errichtung des Klärwerkes im Stadtrat, die noch in diesem Jahr getroffen werden soll, aktualisiert. Dem schließt sich der eigentliche Bauantrag an.
Weiterhin wurde ein Fördermittelantrag für die Planungsleistungen beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz über die Richtlinie zur Bundesförderung kommunaler Klimaschutz eingereicht (600.000 € - 420.000 € Fördermittel 70%) gestellt. Auch für die eigentliche Errichtung sollen Fördermittel beantragt werden. Die genauen Kosten werden derzeit ermittelt. Das ambitionierte Ziel ist es, zum Zeitpunkt des Auslaufens des Einleitvertrages mit dem WAV Saale-Unstrut-Finne Ende 2028 das Vorhaben abgeschlossen zu haben, wobei eine Verlängerung der Einleitung bis 2030 wahrscheinlich ist.
Mit einem eigenen Klärwerk soll die Abwasserbehandlung unabhängiger und effizienter gestaltet und damit die Abwassergebühren für die Bürger weiterhin auf einem moderaten Niveau gehalten werden. Weiterhin ergeben sich positive Nebeneffekte durch die eigene Energieerzeugung sowie durch die Energieeinsparungen für den Klimaschutz und durch die Einleitung in die Querne für den Wasserhaushalt des Einzugsgebietes.
Gigabitausbau enviaTel Kernstadt Querfurt:
Nach sieben Monaten Verhandlung konnte sich die enviaTel mit dem Insolvenzverwalter der SOLI-Infratechnik, als Dienstleister für die Tiefbauarbeiten, auf einen Vergleich einigen. Damit ist das bisher ausgebaute Netz nun im Eigentum der enviaTel und eine erneute Vergabe an einen Dienstleister für den Restausbau soll mit Zuschlag bis Ende Mai erfolgt sein. Die Fortsetzung der Bauarbeiten ist, nach jetzigem Stand, für die Jahresmitte geplant.
Die enviaTel wird in diesem Jahr den Gigabitausbau in der Kernstadt fortsetzen.
Einkaufszentrum „Vor dem Nebraer Tor“ (ehm. REAL):
Die Durchführungsvereinbarung sowie Ausfertigung und Bekanntmachung zur Heilung des Vorhaben Erschließungsplanes Nr. 1 sind durch die Stadt Querfurt erfolgt und an das Bauordnungsamt zur weiteren Bearbeitung der Bauvoranfrage des Vorhabenträgers weitergeleitet. Der entsprechende Bescheid zur Bauvoranfrage liegt nunmehr vor, somit hat der Vorhabenträger sechs Monate Zeit einen Bauantrag vorzulegen. Wird dieser genehmigt, muss mit der Sanierung des Komplexes wiederum innerhalb sechs Monaten begonnen werden.
Das Einkaufszentrum „Vor dem Nebraer Tor“ soll für mehr als 10 Millionen Euro umfassend saniert und wieder als Versorgungsschwerpunkt für Querfurt entwickelt werden.
ALDI:
Der Entwurf der Bauleitplanung soll im 2. Quartal beschlossen werden. Es ist beabsichtigt, den Satzungsbeschluss am 09.10. zu fassen, damit der Bauantrag noch im Oktober gestellt und mit den eigentlichen Bauarbeiten bereits Anfang kommenden Jahres begonnen werden kann.
Auf dem brachliegenden Gelände im Bereich des Nebraer Tores soll der neue Aldi- Markt entstehen.
Weitere Informationen aus dem Bericht des Bürgermeisters finden sich im Protokoll der Stadtratssitzung vom 06.03.2025, welches auf der Homepage nach dessen Bestätigung Anfang Juni veröffentlicht wird.
















































