Weihnachtsgruß des Bürgermeisters
Wie immer möchte ich meinen Weihnachtsgruß mit einem kurzen Jahresrückblick beginnen.
Schaut man auf die große Weltbühne, bleibt auch für dieses Jahr festzustellen: Wir leben in, beschönigt ausgedrückt, turbulenten Zeiten. Der seit einem Jahr gewählte US-Präsident bringt eine ganz neue Dynamik in das politische Geschehen, wohl gemerkt keine gute. Auch wenn kurzfristige Erfolge wie der Friedensplan zwischen Israel und der Hamas darüber hinwegtäuschen mögen, so werden sie nicht nachhaltig sein, weil sie sich nur den Symptomen widmen, nicht aber den Ursachen. Immer wieder wird dem russischen Präsidenten auf den Leim gegangen, der den Anschein erweckt, er wäre aktuell zu einer diplomatischen Lösung und damit zu Kompromissen im Ukrainekrieg bereit. Die Weltgemeinschaft kuscht vor dem Prinzip: „Der Stärkere hat Recht zu kriegen!“ und leider nehmen sich daran auch andere Staaten auf der Welt ein Vorbild. Die liberalen, von humanistischen Ideen geprägten, Demokratien geraten zunehmend unter Druck. Halbwahrheiten oder gar Lügen werden zu Fakten erklärt. Das Vertrauen in bestehende Systeme wird so in Frage gestellt. Eine Entwicklung, die mehr als besorgniserregend und eine Trendwende dafür leider nicht absehbar ist. Allen muss klar sein, hält diese Entwicklung weiter an und verfestigt sie sich, sind Freiheit, Demokratie und im schlimmsten Fall auch der Frieden dahin.
Mit Blick auf unser Land sind die Entwicklungen leider auch nicht besser. Der Rücktritt der Ampelregierung brachte im Februar Neuwahlen. Als Zukunftskoalition durchaus ambitioniert gestartet, führte der ständig in der Öffentlichkeit ausgetragene Streit, sicher auch in einer Zeit mit Herausforderungen, der sich in ihrer Fülle noch keine Bundesregierung ausgesetzt sah, zu deren Bruch. Die Presse spielte dabei auch keine gute Rolle. Letztlich ist die Uneinigkeit der demokratischen Kräfte, die sich jetzt auch in der großen Koalition unter Friedrich Merz zeigt, welche in vielerlei Hinsicht versucht, an den richtigen Stellschrauben zu drehen, um die Probleme in Bezug auf Sozialstaat, Zuwanderung, innere Sicherheit, Verteidigung, permanente Terrorgefahr, Energiewende oder auch schwächelnde Konjunktur anzugehen, Wasser auf die Mühlen derer, die am rechten Rand warten, um nach der Macht zu greifen. Die bundesweiten zivilgesellschaftlichen Proteste gegen einen Rechtsruck Anfang des Jahres sind lange vergessen. Bleibt abzuwarten, wie sich dies kommendes Jahr auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auswirkt. Die aktuellen Umfragen deuten schon jetzt auf eine schwierige Regierungsbildung hin. Aber es bleibt noch Zeit das Ruder herumzureißen. Dabei ist es aber sowohl auf bundespolitischer als auch landespolitischer Ebene wichtig, künftig Stockfehler, vor allem in der Kommunikation, zu vermeiden, Klartext zu reden und für die Bürger nachvollziehbare Entscheidungen zu deren Wohl zu präsentieren.
Aber zurück zu 2025. Nachdem Papst Franziskus im April verstorben war, hieß es im Mai „Habemus Papam“. Papst Leo XIV ist das neue Oberhaupt der katholischen Kirche. Angesicht der vielen Krisen auf der Welt würde ich mir von ihm eine präsentere Rolle in der Öffentlichkeit wünschen. Er ist das Oberhaupt von mehr als einer Milliarde Christen und kann auf diese seinen Einfluss geltend machen. Die christliche Botschaft, insbesondere von Nächstenliebe, verbunden mit dem Wunsch nach Frieden, getragen von Hoffnung, muss immer wieder als Maxime des Handelns, nicht allein eines gläubigen Christen, propagiert werden, denn sie ist universell, ganz gleich welchem Glauben man angehört oder auch nicht.
Die Weltgemeinschaft hat im Amazonas um verbindliche Regeln gerungen, die menschengemachte Erderwärmung zu begrenzen. Dabei musste man sich eingestehen, dass das noch vor Jahren propagierte 1,5-Grad-Ziel nicht mehr zu halten ist. Damit werden auch wir uns immer häufiger auf extreme Unwetterereignisse einstellen müssen und auch überlegen, wie wir mit den damit verbundenen geopolitischen Folgen wie Migration und Krieg umgehen wollen.
Wie eingangs gesagt, das Jahr 2025 war sehr turbulent und man braucht schon viel Optimismus, um zu hoffen, dass sich die Lage im neuen Jahr bessern wird.
Doch im Rückblick auf das, was wir hier in unserer Stadt Querfurt mit ihren 15 Ortsteilen trotz schwierigster Rahmenbedingungen, vor allem wegen der nach wie vor knappen Kassen, in diesem Jahr erreicht haben, lässt mich weiter optimistisch in die Zukunft blicken.
Der Stadtrat arbeitet, trotz teils sehr unterschiedlicher politischer Sichtweisen, nach wie vor konstruktiv in Ihrem Sinne zusammen. Ortsbürgermeister und Ortschafträte sind wichtige Stützen für dessen Arbeit aber auch für die Arbeit der Verwaltung. Daher möchte ich mich bei allen bedanken, die sich ehrenamtlich auf politischer Bühne für die Stadt Querfurt engagieren.
Unsere elf Freiwilligen Feuerwehren sind wahrlich eine Stadtfeuerwehr. Der Zusammenhalt der Kameradinnen und Kameraden sucht seines Gleichen. Er dient uns allen im Einsatzgeschehen, wie beim Brand am Döcklitzer Tor zu Ostern, beim Brand im Buchenweg im Sommer oder auch bei den technischen Hilfeleistungen auf der Autobahn. Vielen Dank an alle Feuerwehrleute der Stadt Querfurt für ihren unersetzlichen Dienst für das Gemeinwohl!
Daher hat die Ausstattung unserer Feuerwehren oberste Priorität. Ende April haben wir das neue Tanklöschfahrzeug für die Feuerwehr Oberschmon in Dienst gestellt. Die Feuerwehr Ziegelroda hat das durch eigene Initiative rundumerneuerte TLF 16/25 erhalten. Zusätzlich wird für sie Anfang kommenden Jahres ein Erkundungsfahrzeug zur Vegetationsbrandbekämpfung beschafft. Durch die Fertigstellung der Löschwasserbehälter bzw. -zisternen in Grockstädt, Vitzenburg, Zingst und am Finkenweg in Ziegelroda wurde die Löschwassergrundsicherung in den jeweiligen Orten hergestellt. Vier nicht zu unterschätzende Investitionen, die nur durch eine Unterstützung des Landes und der MIDEWA möglich waren. Zur Warnung der Bevölkerung wurde nach den neuen Sirenen auf dem Feuerwehrturm in Querfurt und in Grockstädt eine weitere Sirene auf dem Gelände des Bauhofes in Betrieb genommen. Die Planung für die Um- und Anbauten an den Feuerwehrhäusern von Spielberg und Weißenschirmbach wurden angestoßen.
Gleich drei Teichprojekte konnten mit Fördermitteln des Umweltministeriums umgesetzt werden. Die Dorfteiche von Landgrafroda und Ziegelroda wurden so aufgewertet. Gerade bei letzterem wurde deutlich, wie wichtig sie als Identifikationspunkte der Dorfgemeinschaft sind. Und, auch wenn in den sozialen Medien viel diskutiert, die Dammsicherung am Ententeich war notwendig und ist als Erfolg zu werten, denn nur so konnte das Gewässer nachhaltig gesichert werden.
Auch in die Infrastruktur wurde investiert. Als eines der größten Bauprojekte seit der politischen Wende wurden im August die Bauarbeiten für den letzten Abschnitt des Freimarktes einschließlich der Grünen Straße begonnen. In Vitzenburg konnten die Arbeiten an den Gehwegen in der Neuen Straße zum Abschluss gebracht werden, genauso wie an der Stützmauer in der Straße des Friedens von Lodersleben. Im Rahmen des Flurneuordnungsverfahrens Weißenschirmbach wurden der obere Teil des Ronneburger Weges in Vitzenburg, der Bergweg und der Weg zum Friedhof in Grockstädt saniert. Die Planungsleistungen für den Ortseingang von Grockstädt, für Gatterstädt Nord, die Buswendeschleife in Weißenschirmbach oder auch den Fliederweg in Querfurt Süd liegen vor. Genauso wie für die Turnhalle von Schmon, wo Fenster, Türen und der Umkleide- und Sanitärbereiche endlich heutigen Standards angepasst werden sollen. Anfang kommenden Jahres geht es dann mit diesen Baumaßnahmen los. Und für den Lindenplatz in Oberschmon, den 2. Bauabschnitt der Schlossstraße in Kleineichstädt, die Loderslebener Straße von Gatterstädt und die Parkstraße in Lodersleben werden im kommenden Jahr Fördermittel beantragt. Nach wir vor warten wir noch auf die Zusage der Fördermittel für die Sanierungen im Sanitär- und Umkleidebereich der Turnhalle Lodersleben, für die Ziegelrodaer Straße in Leimbach oder auch für die neue Heizungsanlage der Turnhalle Ziegelroda.
Die enviaTel ist derzeit mit dem Glasfaserausbau in der Kernstadt befasst. Das Ziel ist es, dass bis Ende 2026 die Möglichkeit besteht in Querfurt in Gigabitqualität zu surfen. Auch in Liederstädt, Gatterstädt, Zingst, Vitzenburg und Kleineichstädt geht es mit der Telekom, was den Breitbandausbau betrifft, kommendes Jahr weiter. Und in Landgrafroda wurde der erste über die Mobilfunkinitiative des Bundes geförderte Funkmast in Sachsen-Anhalt fertiggestellt.
Das große Projekt Querfurt Nord nimmt zunehmend Formen an. Der Vorentwurf des Bebauungsplanes wurde im Stadtrat verabschiedet. Es ist davon auszugehen, dass bis Anfang 2027 Baurecht besteht und dann mit der Erschließung begonnen werden kann, um die Voraussetzungen für die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe und damit auch von neuen Arbeitsplätzen in Querfurt zu schaffen. Eine einmalige Chance für unsere Stadt!
Die Ende letzten Jahres etablierte Bahnstrecke S11 ist ein Erfolg und eine klare Aufwertung für die Stadt hinsichtlich des öffentlichen Nahverkehrs. Auch für unsere Kinder konnten wir mit dem neuen Spielplatz in Leimbach oder dem großen Burgspielplatz in Querfurt ebenfalls Zeichen setzen. Und unsere Vereine haben wieder das öffentliche Leben in unserer Stadt und den Ortsteilen bereichert. Wir konnten 40 Jahre Querfurter Carnevals Verein mit dem sachsen-anhaltinischen Prinzentreffen, den 30. Tag der Heimatpflege, 90 Jahre Denkmal am Braunsbrunnen oder auch 30 Jahre 24-Stunden-Schwimmen feiern. Auch unsere Städtepartnerschaften wurden mit dem Jugendcamp zwischen Giżycko und Querfurt und der Bürgerfahrt anlässlich 825 Jahren Karlstadt gepflegt. Neue Kontakte und Freundschaften sind so entstanden.
Im Jahr 2025 bleibt der Wehrmutstropfen weiterer Geschäftsschließungen in der Innenstadt. Eine Entwicklung, die angesichts fehlender Nachfolge und dem übermächtigen Onlinehandel, dem wenig entgegenzusetzen ist, auch vor Querfurt nicht Halt macht. Positiv ist allerdings die Aussicht darauf, dass das Einkaufszentrum Vor dem Nebraer Tor wiederbelebt wird. Der neue Eigentümer plant mit den Sanierungsarbeiten Anfang des Jahres zu beginnen und auch am Burgring 2, der ehemaligen Kreisverwaltung, deutet sich eine positive Entwicklung an. Zum Umgang mit den Stadtgaragen und der emotionalen Debatte darum, konnte im Stadtrat ein Kompromiss gefunden werden.
Schließlich konnte die über ein Jahr geführte Diskussion im Oktober beendet werden und zwar die, um die Gastronomie auf der Burg Querfurt. Letztlich wurde in einer von mir angeregten Arbeitsberatung ein Kompromiss gefunden. Der Eselsstall wird zur zentralen gastronomischen Einrichtung auf der Burg ausgebaut und soll im Zusammenspiel mit dem durch die Baubrigade der Burg sanierten Fürstensaal und dem Fürstenkeller betrieben werden. Weiter ist es gelungen, die Finanzierung für die Aussichtsplattform auf dem Dicken Heinrich zu sichern sowie auch die notwendigen Eigenanteile, mit denen Fördermittel beantragt werden sollen, für die wohl wichtigste Maßnahme auf der Burg, die Sanierung der südwestlichen Ringmauer. Ein Kompromiss, aber ein tragfähiger, der hätte viel eher gefunden werden können, wenn man sich gleich an einen Tisch gesetzt und miteinander und nicht übereinander geredet hätte.
Auch im Jahr 2026 steht Einiges an. Einen kleinen Ausblick gerade auf unsere geplanten Baumaßnahmen und die Projekte der Feuerwehr, habe ich Ihnen gegeben. Noch viel mehr wird dazu kommen. Im Stadtrat werden auch wieder schwierige Entscheidungen mit Blick auf die Umsetzung der Haushaltskonsolidierung zu treffen sein. Aber eines zeigt sich: Es geht voran. Vielleicht manchmal nicht so schnell wie man es sich und auch ich es mir wünschen würde. Aber die Weichen sind gestellt. Stadtrat, Ortschafträte, Ortsbürgermeister, Stadtverwaltung und ich werden, egal unter welchen Rahmenbedingungen, und sollten sie auch noch so schwierig sein, daran arbeiten das Beste für die Menschen, die in unserer Stadt leben, zu erreichen.
Das Jahr 2025 war turbulent. Das Weihnachtsfest ist der beste Anlass, um zur Ruhe zu kommen. Ich wünsche Ihnen Zeit im Kreise von Familie und Freunden, um diese Ruhe zu finden und Kraft für die kommenden Herausforderungen zu schöpfen.
Haben Sie besinnliche Feiertage sowie einen von neuem Tatendrang bestimmten und von Hoffnung getragenen guten Start in das neue Jahr 2026!
Herzlichst
Ihr
Andreas Nette
Bürgermeister
















































